Gregor Grochol wurde 1980 als eines von sieben Geschwistern in Köln geboren und wuchs zwischen Chaoten, Lebenskünstlern, Junkies, Ex-Knackis, Zivis und noch vielen anderen in einer irgendwie christlichen, hippiesken und sozialistischen Selbsthilfegruppe auf, abgelegen in einem verwunschenen Industriekomplex am Stadtrand, auf einer urbanen Insel, in einer Patchworkwelt aus unendlich vielen Lebensmärchen und traurigen Geschichten. Eine prinzipiell entspannte Weltfremdheit ist ihm bis heute zu eigen.

Er wusste nicht, wie genau und warum überhaupt, aber er wusste sehr früh, dass er nur zum Künstler geeignet war. Ein Computertest im Berufsinformationszentrum riet ihm später, Dirigent zu werden, aber er entschied sich dagegen. Erstmal zog er in die Welt hinaus, also nach Berlin. Er reiste viel. Schließlich verschlug es ihn nach St. Pauli, des Hafens und der Liebe wegen. Er wollte Schauspieler werden, dann Fotograf, aber die Leidenschaft für Teamarbeit und Technik war nicht sehr groß. Also beschloss er, Schriftsteller zu werden; eine gewisse Naivität war durchaus hilfreich. Das zwischenzeitliche Soziologiestudium brach er ab, statt eines Diploms besaß er jetzt zumindest eine grundlegend relativistische Weltsicht, das musste erstmal reichen. Er suchte sich mit Freunden ein Atelier und schrieb, während die anderen malten. Nachts arbeitete er als Barmann bei Frau Möller. 2009 wurde das Theaterstück horror vacui in Hamburg uraufgeführt. 2011 folgte schließlich der Debütroman Blender.

Inzwischen ist er verheiratet, lebt mit seinem Mann wieder zurückgezogen auf einer Insel und schreibt den zweiten Roman.